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Heute war ein für uns ganz untypischer Samstag. Es war ein Samstag, wie ich ihn bei anderen erlebe- ein Tag, an dem alle frei haben, und irgendwie Wochenendstimmung angesagt ist. Normaler Weise arbeitet ja einer von uns, und für die andere Person, die den Laden zu Hause zu schmeißen hat, ist der Tag oft stressiger als sonst. Denn schließlich hat der Kindergarten zu, alle um uns herum- so scheint es zumindest- machen frei, und da möchte man ja auch keinem auf den Keks gehen. So rödeln wir alleine vor uns hin, bis der Tag vorbei geht, mit dieser und jener Erledigung, und mit viel Zeit mit den Kids.
Heute war es aber ganz anders. Wir hatten alle frei. Und die Jungs haben auch alle bis um halb 8 geschlafen! Dann kam Jonas in seinem Schlafsack und mit Wau-Wau unterm Arm angewackelt. Wir haben uns dann im Wohnzimmer die Zeit mit kuscheln und aufstehen vertrieben, bis nach und nach der Rest müde aus den Federn gekrochen kam und wir gemeinsam gesfrühstückt haben. Unsere Nachbarn unter uns sind an diesem Wochenende bei ihrem Enkel in Berlin, so waren wir herrlich entspannt, was den Geräuschpegel angeht. Und- wie könnte es anders sein?- waren unsere Kinder natürlich auch viel ruhiger und zufriedener mit sich und der Welt als sonst an Samstagen.
Am Nachmittag haben wir dann einen Ausflug ins Schwimmbad unternommen. Zum ersten Mal musste unser ältester Sohn Eintritt bezahlen, da er ja nun 6 Jahre alt ist. Auch als wir in der Kleinkinder-Ecke herumplanschten, fiel mein Blick auf das Schild: "Für Kinder bis 6 Jahre". Tja, ja, so langsam wachsen wir heraus aus der Kleinkinder-Ecke. Mit den beiden Großen war ich dann auch lange im "Spielbecken" für die älteren Kids. Wir haben mit Styropor-Booten Piraten gejagt, und es war toll zu erleben, wie sie sich im Wasser immer besser zurecht finden und was für einen unglaublichen Spaß sie dabei haben. Das ist richtig ansteckend.
Abends sind Stefan und ich dann noch essen gegangen. Die Oma war bei uns zu Hause, so haben wir lecker chinesisch gegessen. Es ist so schön, überall zu Fuß hingehen zu können, selbst bis zum Chinesen um die Ecke. Schade nur, dass wir die einzigen Gäste waren an diesem Samstagabend... in so einem Städtchen eine Gastronomie am Laufen zu halten, ist sicher gar nicht so einfach. So war die Geschäftsinhaberin auch recht gesprächig, hatte sie ja sonst keine Gäste zu betreuen. Mit ihrem Sohn haben wir auf dem Spielplatz im Stadtpark auch schon oft gespielt, und beim Einkaufen treffe ich sie manchmal mit ihrem Mann. Obwohl die leicht angedetschten Bananenhaufen, die sie neulich beim Aldi kauften, keinen allzu einladenden Eindruck machten... Das Los einer Stadt, in der jeder jeden kennt!
Als ich gestern Weihnachtsgeschenke einkaufte, wurde mir diese Vertrautheit unseres Ortes auch zum Verhängnis. Wollte ich beim *** nebenan eine *** (für den Fall, dass er mitliest!) für meinen Vater kaufen, eine ganz bestimmte Sorte, da gab es leider nur noch zwei Sorten. Und sie gefielen mir beide nicht so außerordentlich. Die eine war aber ganz okay. Nach japanischer Art erwähnte ich, es sei für ein Wichtel-Geschenk, die Summe sei zu hoch, ich würde noch mal woanders gucken- in Asien hätte man mich mit dieser Ausrede längst wieder laufenlassen! Nicht aber in Nordhessen. Die nette Verkäuferin, mit der ich ab und an ein Schwätzchen zu halten pflege, und die mich sogar außerhalb ihres Geschäftes grüßt, wenn wir uns irgendwo begegnen, löste ES gleich aus der Packung, befreite es von den "Beilagen", und ging gleich 4 Euro im Preis runter... Wer kann da so kalt sein und einfach wieder gehen? Es ist bereits eingepackt, und ich hoffe, meinem Vater gefällt sie. Die Verkäuferin hat sich auf jeden Fall schon sehr über meinen Kauf gefreut! : )
Manchmal beängstigt mich diese Nähe. Aber meistens ist es richtig nett.
... erlebte ich in Japan. Heute habe ich daran gedacht, wie wir in der Aula unseres Kindergartens in Otsu in Reih und Glied auf der Bühne vor den gefühlten 1000 Kindergartenkindern standen (waren es 100? oder 200?)- wir Geburtstagskinder des Monats. Irgendwann kam auch ich an die Reihe, ich sagte laut meinen Namen und den obligatorischen Satz: "Roku sai ni narimashita!". Ich bin 6 Jahre alt geworden. Das war schrecklich aufregend. Verrückt, dass man so kleine Kinder schon derart gestresst hat mit solchen Sachen...
Ein paar Tage zuvor war ich von unserem Haus- und Hoffotografen nach draußen gebeten worden, und er hatte mich fotografiert. Für das Geburtstagsgeschenk des Kindergartens. Darin ist nun das Foto von mir eingeklebt, mit verkniffenen Augen gegen die Sonne blinzelnd, in meinem hellblauen Kittelchen und dem roten Namensschildchen der Rosengruppe und dem roten Hütchen. Neben diesem Foto kann man lesen, wie groß ich war, wie viel ich wog, welchen Beruf ich einst ausüben möchte (Krankenschwester!), und andere für die Nachwelt wertvollen Informationen. Auf der Rückseite ist ein Abdruck meiner rechten Hand.
An all diese Details und an die Entstehung dieses Heftchens kann ich mich lebhaft erinnern. Auch an das Geschenk, welches ich bekommen habe- einen silber-glänzenden Nagelknipser mit einer roten Katze drauf. Den habe ich viele Jahren lang in Ehren gehalten und benutzt, bis er dann schließlich doch noch gerostet ist.
Wenn ich mich heute, nach vielen Jahren, an diesen Geburtstag noch so gut erinnern kann, dann wird sich auch Niklas an den morgigen Tag erinnern, wenn er ein erwachsener Mann ist. Wie werden dann seine Erinnerungen sein? Wie wird er seine Eltern und Geschwister in Erinnerung haben? Wird die Ritterburg und der Kampf im Rittersaal die Hauptrolle spielen? Oder die Geschenke? Oder der Kuchen mit Smarties drauf und den sechs Kerzen?
Es ist spannend, die eigenen Kinder nun in einem Alter zu erleben, an das ich mich selber gut erinnern kann. Eigene Erinnerungen kommen urplötzlich zurück, aus allen möglichen Ecken. Und manchmal ist es fast ein bisschen so, als würde sich das ein oder andere wiederholen.
Heute war ein zwiespältiger Tag. Oder besser gesagt: man könnte ihn in zwei Phasen spalten. In der einen Phase hatte ich Zahnschmerzen. In der anderen Phase ging es mir richtig gut. Und diese Phasen wechselten sich ab...
Als ich gestern Abend nach einem langen Arbeitstag spät nach Hause kam, tat mir alles weh- vor allem die linke Hälfte aller Zähne. Der Schmerz zog ins linke Ohr und in den Kopf... unangenehm. Aber eine Ibuprofen half sehr gut.
Heute morgen wachte ich mit den gleichen Schmerzen auf. Als ich beim Zahnarzt anrief, bekam ich zunächst nur einen Termin für Freitag. Doch schon bald merkte ich, es wären unerträgliche Tage bis dahin... So rief ich noch mal an, und hatte- nach etwas Jammern- einen Termin um kurz vor 10 Uhr. Mit Jonas im Gepäck kam ich auch recht schnell dran. Meine Theorie von "nach vorne drückenden Weisheitszähnen" wurde schnell verworfen. Die Ursache war bald ausgemacht, es wurde gebohrt, und ich wusste nicht, wie laut ich schreien sollte, wenn es mal weh tat, denn schließlich saß Jonas mir gegenüber, Wau-Wau auf dem Schoß und eine Banane verspeisend. So hielt ich tapfer durch, und Jonas (!!) bekam dafür ein Belohnung... die Welt ist wirklich manchmal ungerecht!
Wieder zu Hause gönnte ich mir wieder eine Tablette, und der Tag war richtig gut. Leckeres Mittagessen, Sonnenschein und blauer Himmel. Dann eine Runde Musik mit dem Studenten von neulich aus dem Treppenhaus. Er spielt wirklich toll Trompete, und die drei Stücke, die wir gespielt haben, haben richtig Spaß gemacht! Nächste Woche wollen wir uns wieder treffen und Musik machen.
Auch der Abend war gut, doch jetzt scheint die Wirkung der Tablette wieder nachzulassen... Heute morgen habe ich sogar gedacht: Wenn ich jetzt die Schweinegrippe kriegen sollte, und müsste sterben, das wäre schon schade. Es wäre mir ganz schrecklich wegen unserer Kinder, von denen ich noch möchte, dass sie möglichst lange was von ihren Eltern haben. Und es wäre mir ganz schrecklich wegen Stefan, den ich zurücklassen müsste. Aber ansonsten habe ich keine Angst vor dem Sterben. Irgendwie denke ich manchmal, dass es sicher ganz schön aufregend wird, wenn man merkt, dass es soweit ist. Eine Reise, von der keiner so wirklich detailliertes erzählen kann. Eine Reise, die ich- irgendwie- ganz alleine antreten muss.
Was Zahnschmerzen alles so für Gedanken an Tage fördern, kann schon unheimlich sein. Jetzt werde ich aber noch mal eine Tablette nehmen, und hoffen, dass der Zahnarzt am Freitag entscheidet, dass der betreffende Weisheitszahn raus muss. Ich werde ihn nämlich nicht vermissen.
Wenn ich Klavier spiele, dann tue ich das in erster Linie, weil ich Spaß am Klavierspielen habe. Es tut so gut, auf die Noten zu blicken, die Finger zu bewegen, die Tasten zu spüren, und gleichzeitig dem Klang der Musik zu lauschen. Es hat sowas mehrdimensionales. Gleichzeitig schalten die anderen, störenden Gedanken, ab, und es wird etwas luftiger im Kopf. Und die Seele füllt sich nach und nach mit den schönen Klängen.
Wenn ich Klavier spiele, mache ich auch Musik für alle, die sich zufällig irgendwie mehr oder weniger in der Umgebung aufhalten. Entweder die Besucher eines Gottesdienstes, oder meine Familie oder Nachbarn. Aber auch die Menschen, die auf der Straße langgehen und ein paar Töne durch das geöffnete Fenster aufschnappen. Schon oft stand ich irgendwo in irgendeiner Stadt, und der Klang von Klaviermusik drang an mein Ohr. Dann blieb ich stehen, lauschte der Musik, und fragte mich, wer da wohl am Klavier oder Flügel saß, und genoss es, unbemerkt zuzuhören.
Wenn ich Klavier spiele, muss ich manchmal auch daran denken, wie die Musik, die ich gerade spiele, vielleicht auf die Menschen wirkt, die sie zufällig hören. Im Sommer habe ich mich das gefragt, wenn das Eiscafe in unserer Straße vollbesetzt war, und ich wegen der Hitze nur bei offenem Fenster spielen konnte. Manchmal habe ich auch mir in Gedanken versunken Geschichten ausgedacht. Wenn ich z.B. an einem tollen Flügel in irgendeiner Musikschule üben durfte, und der Klang durch den Saal hallte. Dann stellte ich mir vor, wie der Saal vollbesetzt ist, und wie die vielen Zuschauer begeistert zuhören, und abschließend zum tosenden Beifall von ihren Plätzen springen. Welch eitle Gedanken! Ja, ja, Musiker sind in der Tat ein eitles Völkchen.
Als ich heute Klavier spielte, dachte ich nicht im Traum daran, dass ein mir Unbekannter meiner Musik lauschen würde. Als Stefan einen Müllbeutel vor die Wohnungstür stellen wollte, traf er ihn. Einen Studenten, der zu Besuch gewesen war in der Studenten-WG über uns im Haus. Er stand im Treppenhaus und hörte dem Klavier zu, und wie es eine Beethoven-Sonate zum Besten gab. Er spielt Trompete, und sucht jemanden, der Lust hat, ab und an mit ihm Musik zu machen. Demnächst bringt er mir ein paar Noten vorbei, und vielleicht spielen wir dann was zusammen. Ich bin gespannt, wie laut seine Trompete ist, und wie unsere Jungs das mitmachen. Trotzdem freu ich mich drauf.
Als ich gestern Abend vor den Kinderbetten meiner älteren Söhne auf dem Fußboden saß und Geschenke einpackte, wurde ich aufmerksam von zwei Augenpaaren beobachtet. Sie hatten nicht alleine einschlafen wollen, vor einer großen, schwarzen Katze Angst gehabt, und so hatte ich mich zu ihnen gesellt. Und während nachgezählt wurde, wie viele einzelnen Päckchen im Beutel verschwanden, seufzte mein Ältester auf. Da erklärte ich ihm: "Schließlich wird Papa nur einmal 40 Jahre alt!".
Er überlegte nur einen etwas längeren Augenblick. Und dann erwiderte er trocken und genussvoll: "Und ich werde auch nur einmal 6 Jahre alt!"
Wo er recht hat hat er recht.
Seit gestern Abend bin ich wieder zu Hause. Nach knappen 4 Tagen Dauer-Sitzen habe ich bereits den aktiven Kinder-Fertigmachen-und-zur-Kita-brigen-vormittag sehr genossen. Jetzt ist auch der Kleinste im Bett, und ich chille noch ein wenig am PC, ehe ich die Wohnung aufräume, oder vielleicht auch einfach erst mal wieder "ankomme". Es steht mir eine schöne Woche bevor- erst mal drei volle Tage mit den Kindern, inklusive Besuch bei einer Freundin, Laternenlauf am St. Martins Tag und Vorbereitungen für den großen Freitag- mein Gatte wird 40. Freunde kommen von hier und da zu Besuch, die Wohnung wird sich reichlich füllen mit diesem und jenem, und sollte vorher noch von diesem und jenem Unaufgeräumten und Dreck befreit werden. Dann aber ist feiern angesagt! Nebenbei versuche ich, die vielen, anstehenden Termine und Projekte gedanklich zur Seite zu schieben, um richtig abzuschalten und aufzutanken. In Elstal habe ich viele neue Menschen kennen gelernt, viele Eindrücke und Informationen aufgesaugt, und die gilt es erst einmal in die richtigen Dateien abzuspeichern und abzulegen. Jetzt mach ich mir aber erst mal einen leckeren Cappuccino.
Morgen fahre ich für ein verlängertes Wochenende nach Berlin. Zur BUKO. Da treffen sich zwei Mal im Jahr alle ehren- und hauptamtlich in unseren Gemeindejugendwerken tätigen Mitarbeitenden zu einer Konferenz. Nachdem ich heute den ganzen Nachmittag mit unseren drei Söhnen in insgesamt 5 (!) Geschäften den Wocheneinkauf erledigte, freue ich mich direkt auf diese Tage. Danach kann ich mich dann ganz neu wieder an meiner Familie erfreuen... : )
Vorbereitend hatte ich heute meinen Posteingang der persönlichen Mails durchforstet. Ich wollte endlich aufräumen. Mails von Freunden und Bekannten, denen ich in Ruhe antworten möchte, habe ich auf meinen Dienst-Posteingang verschoben, um evtl. im ICE oder in den Pausen der Konferenz in Ruhe vom Laptop aus zurückmailen zu können. So leerte sich das Fach, bis ich an dieser Mail von "stay-friends" hängenblieb. Vor fast 2 Jahren oder so hatte ich hier mal geguckt, mich angemeldet, und nie wieder reingeguckt. Mit facebook bin ich ja vollends ausgelastet, so hatte ich schon mehrmals den Versuch unternommen, meinen account zu löschen. Diese Aktion sollte heute nun gelingen. Was ist das Ende vom Lied?? Ich habe jetzt nen Haufen neuer Kontakte von hier und da, und eine neue Seite zum "Kontakte pflegen". Als wenn es nicht schon genug Kontakte zu pflegen gäbe. Ärgerlich, dass die Macher dieser Seiten auf so Menschen wie mich setzen, die es nicht checken, sich abzumelden, und stattdessen am Ende mit neuen Kontakten hängenbleiben....